Die Kraft des Johannisbrotbaumes

Aktualisiert: vor 5 Stunden


Ich habe das große Glück, dass ich mitten in der Natur, umringt von zahlreichen Mandel- und Johannisbrotbäumen leben darf. Direkt vor meiner Haustür findet gerade die Ernte der Johannisbrotbäume statt.

Mein guter Freund und Vermieter Toni (86 Jahre alt) sitzt noch immer auf seinem Ferguson Traktor und leitet die Ernte. Es ist eine große Freude für mich, all die bekannten Gesichter vom letzten Jahr wiederzusehen, die in den Morgen- oder Abendstunden zur Arbeit kommen, eine wirklich „harte“ Arbeit.

Die Mandel-Ernte auf Mallorca haben wir gerade hinter uns gebracht. Jetzt, im September, folgt die Ernte der Johannisbrotbaum-Früchte. Circa 75 kg an Hülsenfrüchten gibt ein einzelner Baum ab. Dabei werden die Schoten von Hand abgeschlagen und eingesammelt, bevor sie zur Weiterverarbeitung – meistens zu Mehl - gebracht werden.

Der Johannisbrotbaum ist kaum bekannt. Dabei gibt es sehr spannende und gesunde Produkte, die aus der Hülsenfrucht gewonnen werden. Man findet mittlerweile Liköre, Säfte, Kaffee- und Kakao-Ersatz (enthält viel weniger Fett), „Honig“, Marmeladen, Mehl und vieles mehr.





Die Früchte enthalten sehr viele Mineralstoffe - wie Eisen und Calcium - und hohe Mengen an Vitamin A und B. Das Fruchtfleisch ist darüber hinaus sehr reich an unlöslichen Ballast- und Sekundärstoffen.

Aus der Frucht wird in erster Linie Mehl hergestellt, das sich sehr gut als Gelier- und Bindemittel für Marmeladen, Soßen, Sirup und Cremes eignet. Mit dem Carob-Mehl lässt sich übrigens auch hervorragend backen.

Der Johannisbrotbaum oder „Karuben-, Karob- oder Bockshörndlbaum" (engl. Carobtree) wird ca. 20 Meter hoch und wächst u.a. im Mittelmeerraum.

Die Kerne der Schote wurden im Mittelalter zur Maßeinheit für das Messen von Gewicht, da sie allesamt gleich viel wiegen. Ursprünglich war das Karat das Gewicht eines getrockneten Samenkorns des Johannisbrotbaumes und prägte die Maßeinheit von Diamanten. Das metrische Karat ist eine Einheit zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen: ein Karat entspricht 0,2g. Außerdem wird Karat auch als Einheit zur Angabe des Feingehalts von Gold verwendet

1907 wurde vom Comité International des Poids et Mesures (CIPM – Internationales Komitee für Maß und Gewicht) festgelegt, dass ein Karat weltweit 0,2 g entspricht.)

Die Blätter des Baumes sind antiseptisch. Aus diesem Grunde wurde im Mittelalter unter dem Johannisbrotbaum operiert.



Die Frucht gilt als antiallergisch, antibakteriell, antioxidativ, antiviral und antiseptisch.

Das Früchte-infus wirkt erweichend bei Hals- und Rachenbeschwerden. Ungefiltertes Dekokt aus dem Mehl stellt ein hervorragendes zusammenziehendes Mittel gegen Durchfall dar und wirkt vor allem gegen Magen-Darm-Entzündungen, Darminfektionen und Koliken. Die Blätter und Rinde, die reich an Tannin sind, wirken zusammenziehend und helfen auch bei Durchfall.


Innere Anwendung:

Mehl der Früchte Bei Reizungen des Halses und des Magen-Darm-Trakts. Stoppt Durchfall und regelt die Funktion des Verdauungstrakts.

Dekokt - 5g auf 100ml Wasser (nicht durchfiltern). In kleinen Tassen, je nach Alter, zwei- bis dreimal täglich.


Kosmetische Anwendung:

Das Mehl aus den Samen (ein bis zwei Handvoll) im Badewasser oder Teilbädern wirkt erfrischend und erweichend bei trockener und leicht entzündeter Haut und führt ihr Flüssigkeit zu.


Mit anderen Worten, der Johannisbrotbaum ist nicht nur ein wunderschöner und sehr widerstandsfähiger Baum, er schenkt uns auch hochwertiges Superfood.

(Quelle: Wikipedia, Andreas Kelich: Enzyklopaedie der Drogen. Botanischer Teil: Ceratonia siliqua Linnaeus, Fotos: Rita-Graciela Werner, CANON)




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